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Müller holt zweimal Silber bei der Weltmeisterschaft in Rjukan (NOR)

28.03.11
Telemark
Der 18-jährige Tobias Müller, der bei der ein paar Tage zuvor stattfindenden Junioren-WM in Hafjell bereits viermal auf dem Podest stand, konnte seine Leistung noch steigern und holte sich bei der WM im Classic und im Sprint verdient das silberne Edelmetall.
DSV Team Telemark
Seine Teamkollegen ergänzten die erfolgreiche FIS-Rennsaison des DSV Telemark Teams mit einem vierten Platz von Fritz Trojer im GS und einem fünften und sechsten Platz von Susann Schubert im Sprint und im Classic.

Hochkarätige Sportveranstaltung mit TV-Übertragung auf EUROPSPORT 2 und NRK1
Das DSV Telemark Team reiste mit fünf aktiven Fahrern und Toni Trojer als Helfer von Hafjell weiter nach Rjukan, einer Gemeinde in der Provinz Telemark, 180 km westlich von Oslo gelegen. Seit 2004 fanden im dazugehörigen Skigebiet „Gaustablikk“, das am Fuße des imposanten Berges "Gaustatoppen" (1883 m) liegt, jedes Jahr Weltcup-Rennen statt. Das erfahrene Organisationsteam rund um den Chef Kjell-Gunnar Dahle hat ein gewaltiges Event geboten. Rahmengebend war die Verbindung zwischen Tradition und Moderne. Neben Kunst, Genuss und Musik in der weitreichenden Tipilandschaft wurden Fachseminare und –vorträge für Jedermann angeboten. Die skigeschichtlichen Figuren Sondre Norheim und Snowshoe Thomson, die beide um 1825 in der Region Telemark geboren wurden, begleiteten die Teilnehmer von Anfang bis Ende. Sie und bekannte norwegische Musikbands boten ein stimmungsvolles Ambiente bei der Eröffnungs- und Abschlussfeier und den Siegerehrungen. Im Mittelpunkt standen jedoch die Sportler und der aktuelle Telemarkrennsport. Ein großes Aufgebot an TV und Publikum machte die Rennen zu einer hochkarätigen Sportveranstaltung. 59 Herren und 22 Damen aus 15 Nationen gingen an den Start.

Fritz Trojer fährt beim WM-Riesentorlauf auf den vierten Platz
Die Weltmeisterschaft wurde am Mittwoch, 16. März 2011, mit der Disziplin Riesentorlauf eröffnet. Das Rennen fand im für die Saison neu erschlossenen Pistengelände statt, welches eine hervorragende Zielarena bot. Aufgrund des flachen Geländes waren gute Gleitfähigkeiten gefragt. Die Kurssetzer aus Schweiz und Schweden setzten die Läufe sehr flüssig. Am besten damit zurecht kamen bei den ersten fünf Herren die 75mm-Norm-Fahrer. Von den Deutschen hatte Fritz Trojer die Nase vorn und wurde mit zwei sehr guten Läufen knapp hinter dem Norweger Harald Kvaerner Vierter. Damit zeigte er nach langer Verletzungspause erneut seine hervorragende fahrtechnische Qualität. Eirik Rykhus (NOR) gewann noch vor dem Schweden Mattias Wagenius. Tobias Müller und Mattias Brüstle wurden trotz top Laufzeiten 15. und 22. Beide bekamen sechs Strafsekunden zu viel, als um in den Top-Ten zu landen. Bei den Damen gewann die Schweizerin Amelie Reymond vor Sigrid Rykhus und Sandrine Meyer. Susann Schubert hatte mit einem Fast-Sturz zu kämpfen und wurde Zehnte. Monika Rieder kamen die Strecke und Kurssetzung sehr entgegen, schaffte nur leider im zweiten Durchgang die Sprungweite nicht und landete damit auf dem neunten Platz. 

Müller holt erstes WM-Silber beim Classic, Schubert wird Sechste
Am nächsten Tag stand der Classic auf dem Programm. Der erste Streckenabschnitt war derselbe vom Vortag, die Tore wurden vom norwegischen Coach Eivind Modalsli jedoch viel drehender gesetzt. Der große 360°-Kreisel führte in eine lange Skatingstrecke, die direkt neben den Zuschauern entlang lief und einen Umkehrpunkt hatte, bevor es wieder leicht bergauf zurück zum Ziel des gestrigen Riesentorlaufs ging. Dort wartete der sympathische Kronprinz Haakon Magnus von Norwegen auf einer Bühne, wovon er das Renngeschehen optimal beobachten konnte. Er war extra zur WM eingeladen worden und demonstrierte bei einer Presse-Skiabfahrt vom Gaustatoppen, dass auch er das Telemarken beherrscht. Eine enorme Leistung und große Show beim Wettkampf zeigte unser Newcomer Tobias Müller, der bereits in Meribel einen zweiten Platz im Classic belegte und Gold bei der JWM-Gesamtwertung gewann. Nach einer tollen Laufzeit skatete er kraftvoll ins Ziel und: Gesamtbestzeit! Er bekam jedoch eine Strafsekunde in den Toren und holte so verdient Silber hinter dem ebenfalls skatingstarken Schweden Mattias Wagenius aber vor Eirik Rykhus aus Norwegen. Das erste Silbermetall für Deutschland bei einer Telemark-WM! Auch Susann Schubert konnte sich an dem Tag freuen, da sie mit einem guten Lauf als Sechstbeste bei der Siegerehrung geehrt wurde. Bei den Damen gewann Sigrid Rykhus knapp vor Amelie Reymond und zeigt damit, dass sie endgültig zurück aus ihrer zwischenzeitlichen Skicross-Karriere bei der Weltelite der Telemarker angelangt ist. Das restliche deutsche Team war nicht zufrieden. Matthias Brüstle sammelte fünf  Penaltys in den Toren und schaffte die Weite am Sprung nicht. Monika Rieder erging es genauso am Sprung, außerdem stürzte sie im Lauf und erhielt weitere Strafsekunden. Sie beendete das Rennen als Zwölfter. Fritz Trojer schied nach seinem zweiten Sturz aus, die Kante am Ski war demoliert.

Sprint Classic: Müller holt zweites WM-Silber, Schubert wird Fünfte
Der Sprint Classic der WM wurde am letzten WM-Tag auf dem von der jährlichen Fernsehübertragung bekannten "Pukkelen"-Hang gefahren. Steil, kupiert und kurz ist diese Strecke. Der weite Sprung, die hohe Geschwindigkeit am hängenden vorletzten Tor und der heimtückisch enge Kreisel sind weitere Schlüsselstellen vor der kurvigen Skatingstrecke. Knapp eine Minute dauert das knackige und spannende Rennen. Und gleich zu Beginn mit Startnummer eins hat Harald Kvaerner aus Norwegen, der Bronzemedaillen-Gewinner vom Classic, das Publikum mit einer unabsichtlichen Show begeistert. Er zeigte, dass man im Lauf nicht nur einmal sondern dreimal stürzen kann, zuletzt beim Skaten. Damit landete er als erster Telemarker in der WATTS-Zusammenfassung von Eurosport 2, direkt hinter einem Herren Abfahrtssturz. Wahrlich gerockt haben den Hang an dem Tag Andere: der Franzose Philippe Lau fuhr im ersten Lauf und Tobias Müller fuhr im zweiten Lauf die absolute Bestzeit. Die Beiden waren am Ende auch die Medaillengewinner, für Philippe gab es Gold und für Tobias Silber! Bronze erhielt Sven Lau. Philippe Lau ist damit der einzige Sprint-Sieger in dieser Saison, er gewann alle Rennen in dieser Disziplin. Ein weiterer Erfolg fürs deutsche Team ist Susann Schuberts fünfter Platz. Sie kam mit den Schlüsselstellen gut zurecht, verlor jedoch wertvolle Zeit aufgrund ihrer eher vorsichtig gewählten Linie um einen Platz weiter vorne zu belegen. Fritz Trojer, Matthias Brüstle und Monika Rieder stürzten und belegten so entweder einen Platz weit hinten oder schieden ganz aus.
2011-03-28
Stand: 16.01.2022
Kontakt
Christian Leicht
Telemark
Beauftragter
Tel.: 0171/2256188