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Skihallen

SIS-/DSV-Beirat für Umwelt und Skisportentwicklung

Aspekte zum Thema „Skihallen & Nachhaltigkeit“

2007 gibt es in Deutschland sechs Skihallen. Weltweit sind es über 50 Anlagen mit Schwerpunkten in Holland, England und Japan, wobei viele davon kleinere überdachte Funparks oder Einzelanlagen sind. Bis 2009 werden international über 20 weitere Hallen eröffnet werden.

Skihallen sind Erlebniswelten wie Hallenbäder, Themen- und Freizeitparks oder Eislaufhallen. Die öffentliche Wahrnehmung der Skihallen in Deutschland ist noch ungewohnt, die anderen Einrichtungen sind längst etabliert. Eine Diskussion sollte dennoch gleichberechtigt erfolgen.

Für Skihallen ergeben sich die folgende Funktionen:

- Skihallen bieten ganzjährige Schneesporterlebnisse und sind eine Form der Adaption an Klimawandelprozesse. Aufgrund klimatischer Veränderungen wird das Medium Schnee zukünftig immer seltener und unregelmäßiger in den Städten, im Flachland und in den deutschen Mittelgebirgen erlebbar sein.

- Skihallen ermöglichen einen relativ kostengünstigen Einstieg in den Schneesport insbesondere für junge Zielgruppen. Ein Skiverband kann über diese Infrastruktur Nachwuchs fördern. Für den Wintertourismus bzw. die Skigebiete ist dies Kundengenerierung für die Zukunft.

- Skihallen sind Trainingsstätten für den Leistungssport. Insbesondere Nachwuchsmannschaften finden Trainingsmöglichkeiten außerhalb der eigentlichen Winterzeit, die ökologisch sinnvoller sein können als zahlreiche Fahrten in die Berge.

- Skihallen können einen wichtigen Beitrag für den Schneesport an Schulen leisten. Sie ermöglichen erste Bewegungserfahrungen im Schnee ohne großen Anreise-, Kosten- und Organisationsaufwand. Die Naturerfahrung des Schneesports in der einzigartigen Berglandschaft wird dadurch nicht ersetzt.

- Schneesport in Hallen bietet allgemein Bewegungserlebnisse und hat somit durchaus Erholungsfunktionen in stadtnahen Gebieten.

- Skihallen sind Testcenter. Unter „idealen“ gleichförmigen Bedingungen können Materialtests mit oft weniger Aufwand durchgeführt werden.

Die Folgewirkungen des Baus und Betriebs von Skihallen sind im Kontext ökologischer, sozialer und ökonomischer Faktoren zu betrachten und vom jeweiligen Standort abhängig. Eine Einzelprüfung ist vorzunehmen.

Bei der Planung einer Skihalle ist zu beachten:

1. Standortswahl / Einzugsgebiet: Prüfung des grundsätzlichen Schneesportbedarfs und der langfristigen Nachfragesituation für den Standort. Die dauerhafte Nachfrage im Einzugsgebiet muss gewährleistet sein. Dies ist i.d.R. nur in Stadtregionen bzw. Ballungsräumen der Fall. Eine sehr gute Anbindung an Verkehrsachsen und den öffentlichen Personennahverkehr sind wichtige Grundvoraussetzungen.

2. Prüfung der Umweltverträglichkeit des Standorts und der geplanten Anlage in Bau und Betrieb. Beeinträchtigung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes sind zu vermeiden und zu minimieren. Verbleibende erhebliche Beeinträchtigungen müssen durch geeignete Naturschutzmaßnahmen kompensiert werden.

3. Wirtschaftliche Prüfung der geplanten Anlage und des Betreiberkonzepts. Die Nachhaltigkeit von Investitionsentscheidungen mit ihren Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Sozialverträglichkeit wird auch für Sportstätten und Erlebniseinrichtungen immer wichtiger.

4. Klimaschutzmaßnahmen: die energetischen Aufwendungen für den Betrieb von Skihallen sind hoch und mit denen von Hallenbädern/Thermen zu vergleichen. Die Bilanzen variieren stark. Sie sind abhängig von der Größe, Form und dem technischen Standard der Anlage. Die Möglichkeiten des energieeffizienten Baus und Betriebs einer Halle müssen ausgeschöpft werden. Dies umschließt Baustoffe, Dämmung, Kühlung und Technik der Schneeherstellung. Ein wesentlicher Faktor ist der Einsatz erneuerbarer Energien.

Stand: 29.09.2020
Kontakt
Anika Bichlmeier
SIS/DSV-Beirat
Referentin für Sportraumentwicklung und Nachhaltigkeit
Tel.: 089-85790 284