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Kolumne: Dritter Ski-Cross-Weltcup in St. Johann/Oberndorf

10.01.11
Ski Cross
Grasgehren-Streckenbauer Martin Fiala hat seine Eindrücke von den Weltcup-Rennen in Tirol zusammengefasst - Heidi Zacher sorgte dort für den ersten DSV-Sieg der Damen überhaupt! Fiala war selbst alpiner Rennfahrer und 2010 als Ski-Crosser für den DSV bei Olympia dabei.
Ski-Cross-Weltcup in St. Johann 2011
Der Ski Cross-Weltcup in Oberndorf/St. Johann (Tirol) scheint ein wirklich gutes Pflaster für die deutschen Ski-Crosser zu sein: Nach dem Sieg im letzten Jahr durch Simon Stickl (SC Bad Wiessee) bei den Herren, dem ersten deutschen Weltcup-Sieg im Ski Cross überhaupt, gelang am vergangenen Freitag beim spektakulären und bestens organisierten Nightrace am Penzinghang Heidi Zacher (SC Lenggries) das Kunststück bei den Damen. Und das in nahezu gleicher Manier wie Simon Stickl im letzten Jahr: Sie überzeugte in all ihren Heats und fuhr sich souverän ins Finale der besten Vier. Auch dort ließ sie ihren Gegnerinnen keine Chance, setzte sich gleich nach dem Start in der ersten Kurve an die Spitze des Feldes und fuhr ihren ersten Weltcup-Sieg ungefährdet ins Ziel. Die 22-jährige Deutsche durfte im Ziel bei der Siegerehrung auch gleich ins gelbe Trikot der derzeit Weltcup-Gesamtführenden schlüpfen. Das hervorragende Gesamtergebnis des deutschen Ski-Cross-Damenteams wurde durch einen dritten Platz durch Anna Wörner (SC Partenkirchen) komplettiert. Zweite wurde die Norwegerin Hedda Berntsen.

Bei den Herren siegte vor den rund 5000 begeisterten Zuschauern John Teller (USA) vor Nick Zoricic (CAN) und Thomas Zangerl (AUT). Und auch hier gab es mit zwei Top-Ten-Plätzen zufriedene Gesichter im deutschen Team: Simon Stickl wurde Siebter, der junge Daniel Bohnacker (20, SC Gerhausen) mit seinem bisher besten Weltcup-Ergebnis Achter. Die Platzierungen der anderen Deutschen, die sich für das Finale der besten 32 qualifiziert haben: Paul Eckert (WSV Samerberg) wurde 26., Florian Eigler (SC Pfronten) 27. und Thomas Fischer (SC Ruhpolding) 30.
Ich persönlich war fast eine Woche im Vorfeld für die FIS in Oberndorf/St. Johann vor Ort im Einsatz und habe gemeinsam mit dem Streckenbauer Simon Vollstuber und Matthias Ortner, sowie mit den Verantwortlichen vor Ort die Streckenführung abgestimmt, den Kurs gesetzt und getestet und die Geschwindigkeit optimiert. Es war keine einfache Aufgabe in St. Johann, weil die enorme Steilheit im oberen Bereich die Lösungsmöglichkeiten sehr stark limitiert. Die gemeinsame Grundidee war, insbesondere im oberen Bereich die Geschwindigkeit weitgehend zu minimieren, um die Verletzungsgefahr zu limitieren und zugleich sehr enge Zweikämpfe zu ermöglichen. Ich bin sehr froh, dass wir diese Zielsetzung erreichen konnten. Es gab keine Verletzte und trotzdem absolut spannende Heats mit vielen Überholmanövern und reichlich Action. Die Durschnittsgeschwindigkeit lag in Oberndorf bei ca. 15,5 m/s - zum Vergleich in Innichen bei 19,5 m/s. Ein richtungsweisendes Konzept für Ski-Cross-Strecken, die enorm steile Passagen aufweisen.

Gratulation an alle Athleten, die eine gewaltige Show geboten haben und an die Veranstalter, die mit dem Event im Ski-Cross-Weltcup ähnliche Standards gesetzt haben, wie Ihre Nachbaren in Kitzbühel im Abfahrtssport.


Herzlichen Gruß,
Martin Fiala
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2011-01-11
Stand: 06.07.2022
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Elisabeth Schmidt
Leistungssport GmbH
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